Katharina Robenow

Katharina Rubenow, geb. Hilgemann (*um 1412 † Juli 1492)

Katharina war die jüngste Tochter des Greifswalder Bürgermeister Johannes Hilgemann, der sehr begütert war. Nach seinem Tod im Jahre 1430 erbten Katharina und ihre Schwester Lutgard ein großes Vermögen. 1433 wurde Katharina Hilgemann die Ehefrau von Heinrich Rubenow, dem künftigen Bürgermeister der Stadt und dem Mitbegründer und ersten Rektor der Greifswalder Universität – der alma mater gryphiswaldensis. Heinrich Robenows Vater, Arnold Rubenow, war 1419 Ratsmitglied geworden. So ragte auch der Sohn durch Geburt, geistige Begabung und Reichtum hervor. Als Heinrich Rubenow 1435 bis 1437 in Rostock studierte, könnte seine jugendliche Gattin Katharina bei ihm geweilt haben. 1437 kehrte er in das Haus des Großvaters an der Ecke Brüggstraße in die Vaterstadt zurück. Die Ehe blieb kinderlos. Heimtückisch wurde er in der Silvesternacht 1462 mit einem Beil erschlagen. Dr. Heinrich Rubenow fand seine letzte Ruhestätte in der Grauen Klosterkirche, in der er sich schon vor dem Jahr 1456 für sich und seine Gattin Katharina einen gemeinsamen Grabstein hatte errichten lassen. auf dem waren beide Bildnisse mit Pergamentstreifen in den Händen, die Inschriften festhielten, dargestellt. Dieser Stein wurde 1790 durch Unkenntnis beim Abbruch der Kirche zerstört. Ein zweiter Gedenkstein für Rubenow, der leider kein Bildnis von Katharina enthielt, wurde in die Marienkirche gebracht und dort in die Wand des nördlichen Seitenschiffes eingemauert. Katharina Rubenow reagierte nach dem gewaltsamen Tod ihres Ehemannes im Jahr 1489 mit der Stiftung eines bedeutenden bibelauslegenden Werkes. Hiermit bewahrt sie zum einen das Gedächtnis an den Universitätsgründer, zum anderen sorgt sie eindrucksvoll als persönliche Bitte der <<nachgelassenen>> Ehefrau für sein Seelenheil. Die Lesenden und Studierenden solltenaber auch die Witwe in ihre Gebete einschließen: (<<Dit bock heft gegheven, doe men screef M*CCCC* LXXXIIII* tho ener ewighen dachtnisse de Ewerdighe Katharina, na ghelaten husfrouwe domini doctoris Hinrici Rubenowen, Borgermeyster tho deme Gripeswolde, ddoctor in beiden rechten, de iamerliken wart dot gheslagen op nyen jaers avende, do men scref M*CCCC* LXII. Alle de ut diesseme boke studeren , efte lesen, de bidden god vor em vnde vor ereen Pater noster, Ave, Requiescant in pace.>>) Widmung des Buches: <<Dieses Buch hat es gegeben, 1484 geschrieben zu einer ewigen Erinnerung an Katharina, die nachgelassene Hausfrau des Herrn Doktor Heinrich Rubenow, Bürgermeister der Stadt Greifswald, Doktor der beiden Rechte, der jämmerlich totgeschlagen wurde am Silvesterabend 1462. Alle, die dieses Buch studieren, öfter lesen, die sollen gut für ihn ein Vaterunser beten und seiner in Frieden gedenken>>. Aus dem Testament von Katharina Rubenow ist zu erfahren, dass seit dem Tod ihres Mannes bis ins hohe Alter hinein religgiöse Übungen und Stiftungen für kirchliche Zwecke ihr Leben bestimmen. Zu den Vermächtnissen gehören u.a. kostbare seidene Gewänder, die farbig und zum Teil mit Pelz waren und von silberdurchwirkten und mit Geschmeide verzierten Gürteln gehalten wurden. Außerdem gab es, wie für Norddeutschland typisch, im Haushalt sehr viele Betten, die an Armen-Hospitäler weitergegeben wurden. Erwähnt wurde im Testament auch <<die Fülle silberner Geräthe theils in Geschmeide, theils silbernen Löffeln, Schalen, Becken, Kannen, Tassen und Dosen>> sowie eine große weiße Decke mit dem eingestickten Wappen der Familie Burow. (Alveke Burow war eine Halbschwester Katharinas.) Das Haus der Rubenows an der Ecke Brüggstraße wurde verkauft. Das zweite, nahe am Grauen Kloster gelegene, vermachte Katharina auf Legenszeit ihr nahe stehenden Personen und nach deren Tod schließlich der Marientyde-Brüderschaft. Anderen Stiftungen vererbte sie Häuser, Gärten, Äcker, Renten, Silbergerät und prachtvolle Kleidungsstücke. Katharina, die erst 30 Jahre nach ihrem Mann starb, wurde im Juli 1492, so wie sie es testamentarisch verordnet hatte neben ihrem Mann bestattet.

Aus „Greifswalderinnen in Licht und Schatten“ v. A. Höfs, A. Sandmann, U. Boback-Askri, 2000

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